Wurmkuren

Wurmkuren laut Verband

Ab der 2. Woche haben die meisten Welpen im 14-tägigen Turnus Wurmkuren erhalten.

Warum?
Man weiß inzwischen, dass die Welpen durch die Muttermilch Wurmeier aufnehmen und damit der Wurm erst gar nicht Fuß fassen kann, soll dieser sofort eliminiert werden.
Es wird gar nicht überlegt, warum Mutter Natur so etwas eingerichtet hat. Würmer sind eklig und werden bekämpft.


Muttermilch überträgt die Wurmeier...

Vor der Geburt wird ein Welpe wird im Uterus, nach der Geburt vorerst durch die Mutterhündin mit Abwehrkörpern versorgt, da das Immunsystem des Welpen noch nicht in der Lage ist, sich gegen Krankheiten und Parasiten zu wehren.

Trotz der mütterlichen Antikörper nach der Geburt über die Muttermilch beginnt das Immunsystem sofort nach der Geburt, seine Arbeit aufzunehmen.

Bakterien leben in jedem Haushalt und so lernt der kleine Organismus schon einiges kennen, was das Immunsystem einzuordnen lernt. Unter anderem nimmt der Welpe über die Muttermilch auch Spulwurmeier, Milben, die im Fell der Mutter leben, und andere Parasiten auf. Diese Parasiten sind wichtig, denn sie dienen der Weiterentwicklung des Immunsystems.
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Würmer:
Spulwürmer entwickeln sich durch Organwechsel. Die Larven durchwandern dabei während ihrer Entwicklung zum erwachsenen Wurm verschiedene Organe desselben Wirtes. Dieser Prozess wird auch als Larvenwanderung bezeichnet. Zu Beginn der Wanderung schlüpfen die Larven im Dünndarm aus ihren Eiern. Dann durchbohren sie die Darmwand, um in die Blutbahn zu gelangen. So erreichen sie über den Blutweg die, das und schließlich die. Die Lunge ist Zwischenstation auf ihrem Entwicklungsweg. In der Lunge wandern die Larven wieder aus den Blutgefäßen heraus und begeben sich in den Hohlraum der Lungenbläschen, den Alveolen. Vom Alveolarlumen aus gelangen sie über die Atemwege in den Rachen, wo sie verschluckt werden. So gelangen sie über die wieder in den Dünndarm. Es passiert nur sehr selten, dass Larven in die oder das Gehirn eindringen. Wenn das der Fall ist, dann verursachen sie dort erhebliche Gewebsschäden.
Der gesamte Reifungsprozess dauert etwa zwei Monate. Die erwachsenen Spulwürmer können eine Lebendsauer von 1 bis 1,5 Jahren erreichen. (Quelle)
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Wie wir oben nachlesen können, benötigen die Wurmeier ca. 2 Monate, bis sie ihren Reifeprozess abgeschlossen haben. In dieser Zeit sind die Würmer in ihren verschiedenen Stadien durch den Dünndarm, das Blut, Leber, Herz, Lunge, Lungenbläschen, Alveolen, Speiseröhre, Dünndarm gewandert. Das Immunsystem hat so die Gelegenheit, für den Körper einen Schutz gegen diese Parasiten aufzubauen. Wenn wir nicht mit Chemie alles zunichte machen, gelingt das auch.

Wir haben Keime, Bakterien und Parasiten verteufelt und mit Hilfe der Chemie und Pharmazie aus unserem Körper verbannt. Dabei gehörten Madenwurm, Peitschenwurm, Hakenwurm und Spulwurm einst ebenso zu unserer Darmflora wie Darmbakterien, sagt einer der führenden Forscher auf diesem Gebiet, Prof. Joe Weinstock von der Tufts University in Boston.
Milliarden Menschen tragen sie heute noch in ihrem Darm.
(Quelle)

Das Immunsystem des Hundes reagiert auf den Wurmbefall bzw. hält diese Population im Gleichgewicht und sorgt gleichzeitig dafür, dass der Hund auch keine Allergien entwickeln kann.
Werden die Wurmpopulationen von Beginn an mit Chemie vernichtet, hat das Immunsystem hier nichts zu leisten und somit werden die Grundlagen für unzählige Allergien gelegt.

Eine Wurminfektion dämpft die Abwehr. Denn damit ein Wurm in seinem Wirt überleben kann, muss er dessen Immunsystem überlisten. Der Wirt darf ihn nicht töten, aber der Parasit darf auch seinem Wirt nicht nachhaltig schaden. Im Zusammenleben der Würmer mit dem Organismus hat sich im Laufe der Evolution eine clevere Zellkommunikation entwickelt. Und genau die Immunantworten, die auf einen Wurm reagieren, scheinen uns Allergien vom Leibe zu halten. (Quelle)

Die Idee, dass parasitär lebende Würmer allergische Reaktionen wie Asthma oder Heuschnupfen unterdrücken können, sei im Prinzip ein alter Hut, sagt Brunello Wüthrich, Leiter der Allergie-Station der Züricher Uni-Klinik. (Quelle)
Es ist ein "alter Hut", dass Würmer und andere Parasiten Allergien unterdrücken!!! Und warum unternehmen wir dann alles, um diese wichtigen Parasiten zu eliminieren?

Wir machen unsere Hunde "bewusst" krank ???!!!

Wir tauschen gesunden Wurmbefall gegen Allergien ein ???!!!

In der Humanmedizin ist es längst erkannt:

Mit Würmern sollen Krankheiten des Immunsystems wie Allergien, Asthma, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder Multiple Sklerose therapiert werden. (Quelle)

Es ist immer das Gesamtpaket, das die Gesundheit unserer Tiere ausmacht. Die Ernährung, das Umfeld, Bewegung, Zuwendung, sowenig Chemie wie möglich und vieles mehr benötigen unsere Tiere, um gesund zu bleiben.

Ein Wurm macht kein Immunsystem gesund.

Dennoch sollten wir jedem Tier die Möglichkeit geben, ein gesundes Gleichgewicht im und am Körper aufzubauen und nicht in Hysterie zu verfallen, wenn sich mal ein Mitbewohner zeigt.

Solange es dem Tier gut geht, sollten wir nicht eingreifen. Und wenn es mal nötig sein sollte, dann gibt es auch alternative Möglichkeiten, die dem Parasiten den Weg weisen.


Problematik durch Wurmkuren

Durch die ständigen Gaben von Wurmkuren hat das Immusystem des Hundes nie die Möglichkeit gehabt, diese in Schach zu halten.
Der gesunde Welpe/Hund ist sehr wohl in der Lage, einen Wurmbefall zu verhindern, ohne dass wir mit Chemikalien dagegen vorgehen.
Der Hund braucht nur gesundes Futter, Bewegung, soziale Kontakte und viel Liebe.

Wie schütze ich meinen Hund und meine Familie?
Den größten Schutz bietet das Immunsystem des Vierbeiners. Das Immunsystem eines Welpen muss genau so lernen, sich gegen Krankheitserreger/Parasiten zu bewähren, so wie die Analdrüsen ihre Funktion erlernen müssen. Das Immunsystem sorgt dafür, dass Parasiten nicht überhand nehmen.

Nicht überhand nehmen ??? Ja, dann sind ja noch Würmer da?!

Einen klinisch reinen Hund gibt es nicht. Milben, Bakterien und auch Würmer versuchen immer mal wieder ihr Glück an einem "Wirt".
Doch ein stabiles Immunsystem sorgt dafür, dass diese Parasiten keinen Fuß fassen können.

Vor Infektionsquellen schützen kann ich meinen Vierbeiner nicht, aber ich kann helfen, dass das Immunsytem gestärkt wird, und durch bestimmte Futterzusätze dafür sorgen, dass der Hund im wahrsten Sinne des Wortes "unappetitlich" für die Wurmpopulationen wird.


Keine Wurmkuren bei meinen Welpen

Auch ich habe meine Welpen 14-tägig entwurmt und konnte es oftmals nicht verstehen, dass mich Welpenfamilien anriefen, um mir mitzuteilen, dass der Welpe nach kürzester Zeit völlig verwurmt war.
Heute ist es mir klar.
Durch die ständigen Wurmkuren konnte der Organismus nicht lernen, die Parasiten eigenständig in Schach zu halten. Durch die zusätzliche Impfung ist das Immunsystem dermaßen in die Knie gegangen, dass die Würmer und auch andere Parasiten keine Probleme hatten, sich hemmungslos zu verbreiten.

Nachdem ich verstanden habe, warum Mutter Natur Hundewelpen mit Würmern versorgt, war für mich klar: Meine Welpen bekommen keine Wurmkuren.

Durch die Rohfütterung meiner Hunde ist das Darmmilieu so wurmfeindlich, dass sich Würmer Kokzidien, Giardien und Co nicht wohl fühlen und auch nach einer Infektion von alleine verschwinden.
Das kann man prima durch Kotproben überprüfen.

Übrigens ist eine der wichtigsten Nahrungsgrundlagen dieser Parasiten Zucker - Kohlenhydrate - Stärke, was in der Rohfütterung nicht enthalten ist. Ich spreche nicht von Barf, die auch Gemüse und andere Kohlenhydrate dazufüttern, sondern von reiner Rohfütterung, so wie die Natur es uns vorlebt.


Tierarzt Dr. Schrader dokumentiert

Statement eines TIERARZTES!

Guten Tag! Ich hätte gern eine Wurmkur für meinen Hund. Und sicherheitshalber für meine Katze auch eine.“

Derartiges hören wir mehrmals täglich am Tresen unserer Praxis und – merkwürdigerweise vermehrt am Samstag, besonders dann, wenn das Wartezimmer „knallvoll“ ist.

Es nervt wirklich.

Wir fragen dann: „Was für Würmer haben denn Ihr Hund und ihre Katze?“

Antwort so oder so ähnlich: „Ja, nö, die haben keine – aber meine Frau schickt mich.“

„Ach was!“ hätte Loriot jetzt wohl gesagt.

Dann steht man da wie „Ochse“ und fragt sich, was das soll?

„Ach so, Sie wollen mal wieder ihr Gewissen reinwaschen. Und Ihre Frau, die hat am Samstag alles im Griff. Sie erinnert sich an die Horrorstories in irgendwelchen bunten Blättchen, in denen regelmäßige Wurmkuren für Hunde und Katzen gefordert werden …“

Wir sind aber Tierärzte und keine Verkaufsschwengel der Pharmaindustrie.
Wir haben die Verantwortung bei der Übergabe oder Rezeptur von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Und die verordnet man wann? Dann, wenn es notwendig ist. Aber – mal für jeden Konsumdussel zum hinter die Löffel kleben: Wurmkuren sind – wie viele andere Arzneimittel in der Regel – verschreibungspflichtig.

Wurmkuren sind Gifte, die nicht nur von Würmern aufgenommen werden, sondern auch vom Wirtstier. In der Mehrzahl sind es neurotoxische Stoffe, die bei Würmern zu Lähmungen führen, damit sie über den Stuhlgang ausgeschieden werden. Die Hersteller solcher Mittel behaupten zwar, „die machen beim Hund oder der Katze nix …“, was zu bezweifeln wäre, denn die meisten dieser Stoffe sind geeignet, Nervenschäden auch beim Wirtstier zu verursachen – besonders bei regelmäßiger Gabe. Zudem machen sie das Immunsystem „platt“. Man frage mal die Pharmafuzzies an den Universitäten, was eine LD50-Dosis ist …

Damit eines klar ist: Parasiten wie Würmer oder sonstige Fieslinge gehören nicht in den Darm eines Hundes oder einer Katze. Wenn ein Befund da ist (Kotuntersuchung im Labor), dann sollte man derartige Mittel gezielt nutzen – aber bitte nicht als „Dauerberieselung“ und schon gar nicht, um auf kurzem Wege sein Gewissen zu beruhigen.

Übrigens: die meisten Wurmkuren sind teurer als die Kotuntersuchung im Labor.

Kürzlich brachte es mein Sohn Steven fertig, sich eine geschlagene halbe Stunde mit einer Hundehalterin „ein´ abzusabbeln“, die es sich in den Kopf gesetzt hatte, mal eben eine Wurmkur beim Tierarzt „`rauszuholen.“

Maine Güde, es nervt, wenn Tierhalter ohne nachzudenken an Gifte ranwollen, um sie ihren Haustieren nach ihrem Gusto reinzuballern.

Warum diese Sprache?
Die perfiden Strategien in den oberen Etagen der Pharmafirmen führen tatsächlich zu partieller Verblödung vieler Tierhalter: 1000 Lügen machen eine Wahrheit – zum Segen der Pharmaumsätze und der Bonis der Vorstände. Hinterhältig wird den Tierärztinnen uns Tierärzten bei Kongressen mit schönen Schaubildchen und anschliessendem „GetTogether am Buffet“ verklart, wie viel Kohle sie den Tierhaltern aus der Tasche leiern können, wenn sie nur immer auf der Angstkeule herumreiten. Unverschämterweise macht man so Tierärztinnen und Tierärzte zu Zombies, die ohne nachzudenken hinter der Kohle her jachtern. Der so geschaffene Mainstream macht´s möglich.

Erinnern wir uns: Irgendwann kam eine Pharmafirma auf die Idee, den Umsatz ihrer Wurmmittel dadurch anzuheben, indem sie diesen Werbeslogan kreierten: „Die leckere Wurmkur“ – wohl wissend dass die meisten Tierhalter die leckere Wurmkur mit „Leckerlies“ verwechseln…

Es war übrigens dieselbe Firma, die den Tierärztinnen und Tierärzten Aufkleber andrehte, auf denen der schöne Satz zu lesen war: „Haben Sie heute schon ihren Tierarzt gelobt?“

Maine Güde … aua aua.

Dirk Schrader, Hamburg

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Tierärztliches Institut
für angewandte Kleintiermedizin


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